News 21.08.2009

Tabuthema Hämorroiden

Hämorrhoiden sind eine weit verbreitete Erkrankung. Es wird geschätzt, dass ca. 50% der Menschen über 50 in Deutschland unter Hämorrhoiden leiden oder damit schon einmal Probleme hatten. Die Erkrankung kann aber durchaus auch früher auftreten. Insgesamt sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Was versteht man denn genau unter Hämorrhoiden? Hämorrhoiden sind knotenförmige Erweiterungen im Enddarmbereich. Man unterscheidet innere und äußere Hämorrhoiden. Innere Hämorrhoiden befinden sich im Körper beim Übergang von Mastdarm zum Afterkanal. Äußere Hämorrhoiden sind sichtbare knotige Erhebungen am After. Hämorrhoiden sind eine häufige Erkrankung, die sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Die Anlage zu einem Hämorrhoidalleiden wird vererbt, ausgelöst oder begünstigt wird die Erkrankung aber durch Obstipation, sitzende Beschäftigung, Schwangerschaft und zu wenig ballaststoffreiche Ernährung. An welchen Symptomen kann man Hämorrhoiden erkennen? Häufig haben an Hämorrhoiden erkrankte Menschen keine akuten Beschwerden. Ein relativ sicheres Zeichen für die Diagnose von Hämorrhoiden ist hellrotes Blut im Stuhlgang. Dies ist ein deutliches Zeichen für eine Erkrankung im unteren Darmabschnitt. Zusätzlich können Juckreiz in der Afterregion nach dem Stuhlgang, Nässen und Brennen Anzeichen für Hämorrhoiden sein. Im fortgeschrittenen Stadium können sich aus diesen Beschwerden Entzündungen, Geschwüre und Ekzeme bilden. Welche Erkrankungen gilt es bei der Diagnose abzugrenzen? Die soeben beschriebenen Leitsymptome von Hämorrhoiden lassen sich oft auch anderen Darmerkrankungen zuordnen. Gerade bei dunkelrotem oder schwarzem Blut im Stuhl ist Vorsicht geboten: hier liegt die Ursache in höheren Darmabschnitten oder in anderen Körperbereichen. Wenn Sie Blutbeimengungen im Stuhl bemerken, sollten Sie daher in jedem Fall Ihren Arzt aufsuchen um schwerwiegendere Erkrankungen des Darmtraktes (zum Beispiel Mastdarmkrebs) auszuschließen. Juckreiz und Brennen können auch durch Wurmerkrankungen oder bakteriell- oder pilzbedingte Ekzeme bedingt sein. Aber auch Allergien auf Kosmetika oder z.B. parfümiertes Toilettenpapier können ähnliche Symptome hervorrufen. Bei erstem Verdacht auf Hämorrhoiden möchte ich daher dringend zu einem Arztbesuch raten, denn eine eindeutige Diagnosestellung ist nur nach einer gründlichen Untersuchung und Ausschließen anderer Erkrankungen durch den Arzt möglich. Wie wird behandelt? In fortgeschrittenem Stadium muss der Arzt die Hämorrhoiden entweder veröden ( = Sklerosierung) oder mit einem Gummiring abbinden ( = Ligatur). Im frühen Stadium reicht meist eine medikamentöse Behandlung aus. Hierzu stehen diverse Salben und Zäpfchen zur Verfügung, die in der Regel adstringierende, entzündungshemmende, blutstillende und /oder betäubende Wirkstoffe enthalten. Bei der Wahl, des für Sie richtigen Präparates lassen Sie sich am besten in der Apotheke beraten. Am besten ist es natürlich, die Ursachen der Hämorrhoiden zu bekämpfen. Das heißt: die Darmtätigkeit durch ballaststoffreiche Ernährung ankurbeln, reichlich trinken und sich viel bewegen. Für den Stuhlgang sollte man sich Zeit nehmen und auf keinen Fall pressen.

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